Tanzpresse

Echoraum des Weltschmerzes

Alain Platel/ les ballets C de la B zeigen „Nicht schlafen“ im Haus der Berliner Festspiele

(  16.01.2017 ) Kreatürliche Konkretheit schlägt einem entgegen: Pferdekadaver, scheinbar achtlos aufgeschichtet, die Hinterbeine eines Tieres ragen in der Todesstarre wie obszöne Ausrufezeichen in den Raum. Ein Sinnbild für menschengemachte Verheerungen und Schlachtfelder soll, so scheint´s, die Skulptur von Berlinde De Bruyckere sein, die den Bühnenraum dominiert. In den ersten Minuten verharrt das neunköpfige Ensemble in Posen ritueller Anbetung im Schatten dieses fatalen Monuments. Der belgische Choreograf Alain Platel spannt in seiner neuen Produktion einen zeitlic ... 

Tanz auf Trümmern

Das Tanztheater Wuppertal zeigt „Palermo Palermo“ im Haus der Berliner Festspiele

(  22.12.2016 ) Der erste Blick prallt auf eine graue, den gesamten Bühnenraum füllende Steinmauer, wenige Atemzüge später kracht sie nach hinten: ein Einstieg wie ein Paukenschlag. Damals im Dezember 1989, als „Palermo Palermo“ uraufgeführt wurde, lag für viele ein Verweis auf den Mauerfall nah. Die Idee war Pina Bausch und ihrem Bühnenbildner Peter Pabst jedoch lange vor dieser politischen Zeitenwende gekommen. 27 Jahre später sitzt man im Dunkel des Zuschauerraums und fragt sich, wie wohl das Stück im Heute wirkt, wie die Kompanie nach dem Tod von Pina Bausch im Jahr ...