Tanzpresse

Einmal Tänzer, immer Tänzer

Tanz im August: Dance On Ensemble mit „Those specks of dust“ und „7 Dialogues“ im HAU 1

(  23.08.2016 ) Es ist so eine Sache mit Erinnerungen. Manchmal rutschen sie in Verklärung ab oder driften in vage Beliebigkeit. Im Verlauf von „Those specks of dust“ mischt sich dieser Eindruck ins Dargebotene. Dabei ist die Grundidee hinter der Arbeit von Kat Valástur spannend: Der Prozess des Tänzerwerdens soll erinnert, die Faszination und Überraschung über den tanzenden Körper wieder erfahrbar werden. So zumindest verrät es das Programmheft. Ein durchaus naheliegender Arbeitsfokus für das Dance on Ensemble. Im Jahr 2015 auf Initiative der gemeinnützigen Kulturorgan ... 

Pistolen, Bibeln, Cha Cha Cha

Tanz im August: VA Wölfl/ Neuer Tanz zeigen „von mit nach t: No 2“ im Haus der Berliner Festspiele

(  21.08.2016 ) Stücke von VA Wölfl könnten gut folgenden Warnhinweis tragen: Implicit content! Denn was der mittlerweile 72-jährige Choreograf mit seiner Kompanie Neuer Tanz aus Düsseldorf auf die Bühne bringt, ist immer ein doppelbödiges Spiel mit dem Publikum. Ein Spiel, das permanent nach Entschlüsselung ruft und diese ebenso hartnäckig verweigert. Schnöde, lässig und in der Konsequenz der Ausführung fast schon genial. Aber der Reihe nach. Das Stück „von mit nach t: No 2“ rankt sich um die Erschießung des US-Senators Robert Kennedy im Jahr 1968. Irgendwo zwischen Re ... 

Eine Frau für alles

Lea Moro mit „The End of the Alphabet“ in den Sophiensaelen

(  12.06.2016 ) Ein Solo-Musical auf Rollschuhen, dazu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“: Bei wem sprießen da nicht wilde Assoziationen. Rauscht hier gleich eine schräge Klassik-Variante von „Starlight Express“ über die Bühne? Doch sobald Lea Moro auf den Stoppern ihrer Rollschuhe ins Blickfeld tappt, wird klar, dass die Antithese zur Glitzerwelt à la Andrew Lloyd Webber im Anmarsch ist. Zwei Rampen, schwingende Lichtkegel, vielmehr gönnt sich die Tänzerchoreografin nicht an Bühneneffekten. In dieses schlichte Setting hinein entfaltet die 29-Jährige eine erstaunliche Mixtur  ... 

Rollenwechsel

Performing Arts Festival: Christoph Winkler/ Ahmed Soura zeigen „Hauptrolle“ im Ballhaus Ost

(  26.05.2016 ) Verheißungsvoll schimmert der tiefrote Vorhang im Spotlight. Keine Frage, so kündigt sich der ganz große Auftritt an. Mit diesen theatralen Zutaten justiert der Choreograf Christoph Winkler gleich zu Beginn seiner Produktion „Hauptrolle“ die Erwartungshaltung zwischen Ironie und Ernst. Hinter dem Vorhang schlüpft Ahmed Soura hervor und beginnt, die Geschichte eines jungen Mannes aus Burkina Faso zu erzählen. In märchenhaftem Plauderton berichtet er von einem, der früh die Liebe zum Tanz entdeckt, der eine Ausbildung beim Nationalballett in Ouagadougou ab ...