Tanzpresse

Tschechow auf den Fersen

Das Theater RambaZamba zeigt „Schwestern“ in der Kulturbrauerei

Foto: Andi Weiland

(  18.07.17 )

Spiegelblank der Bühnenraum, drei Frauenkörper liegen als Knäuel am Boden. Man ahnt es schon. Ein Kabinett der Seelenschau ist hergerichtet. Für seine neue Produktion haben sich das integrativ arbeitende RambaZamba-Ensemble und der Regisseur Jacob Höhne Inspiration bei Anton Tschechows „Drei Schwestern“ geholt. Das Drama aus der Zarenzeit um fatal-verstrickte Familienbande und die Sehnsucht nach einem anderen Leben, welchen Resonanzboden findet es im Heute? Das Trio Juliana Götze, Hieu Pham und Sara Lu formt eine Antwort in körperlichen Interaktionen, die ohne Text auskommen und dennoch viel erzählen: Sie umklammern sich, schleifen sich über den Boden, nähern einander zärtlich an und stoßen sich umso unnachgiebiger wieder ab. Aus einer Ecke tönen immer wieder zackige Zählkommandos. In einem Haufen von Reklamheften thronend, ist es Sven Hakenes, der in der Rolle der Vaterfigur und des Zeremonienmeisters das Geschehen vorantreibt. Für atmosphärische Dichte in dieser Parabel um persönliche Freiheiten, Sehnsüchte und Gefangensein in Strukturen sorgt der dunkel-drängende Elektrosound, der „Schwestern“ bis ans Ende trägt. Sechzig Minuten hochkonzentriertes physisches Theater. /// Annett Jaensch

Vorstellungen: 20. und 21.7.2017, jeweils 19 Uhr in der Kulturbrauerei

weitere Infos http://www.theater-rambazamba.org/spielplan/schwestern/

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